Ein Welpe ... ein Fall für den Tierschutz? LEIDER JA !
Der Kleine wurde auf einem russischen Markt erstanden und sollte gewinnbringend in Deutschland verkauft werden. Aufgrund von Magen-Darm-Problemen musste der Welpe jedoch erst einmal einem Tierarzt vorgestellt werden. Wegen Verdachts auf Darmverschluß war eine Operation angesagt. In Erwartung der Kosten war den "Hundehändlern" nun daran gelegen den kranken Hund schnell loszuwerden. Soviel war ihnen wohl der Kleine dann doch nicht wert! Die engagierte Tierärztin reagierte spontan mit Herz und Verstand, übernahm "Grizzly" vorerst in ihre Obhut, leistete Soforthilfe und nahm zudem Kontakt zu uns auf.
Binnen weniger Tage war für den kleinen Owtscharka eine neue Familie mit langjähriger Rasseerfahrung gefunden, die auch eine sehr weite Anfahrt nicht scheute und Grizzly zu sich holte. Dort wurde er u.a. liebevoll von deren DSH-Hündin begrüßt und wird sich von den Strapazen erholen können.
Wir freuen uns für Grizzly und sind natürlich schon sehr gespannt, wie er sich entwickeln wird.
... und hier nun Grizzly's Tagebuch:

"Mein Name ist Grizzly und ich wohne jetzt auf einem schönen großen Grundstück und habe eine Hundefreundin namens Nancy. Sie sieht zwar anders aus als ich, man nennt sie eine Deutsche Schäferhündin, aber irgendwie merkt man, dass sie mit Kaukasen aufgewachsen ist – Ihre Tricks erinnern mich an meine Vorfahren, ich war ganz schön erstaunt, als sie mich beim Spiel mit unseren Waffen schlug. Leider will sie ihr Futter nicht mit mir teilen! Dabei habe ich das Gefühl, dass meine Portionen immer kleiner sind als ihre oder fresse ich nur schneller ? Meine Menschen sind der Meinung, dass ich langsamer fressen soll, aber was ich habe, das hab ich.
Meine Menschen sind sowieso komische Leute, alles was mir Spaß macht, mögen sie nicht. Das ging schon los, als ich mich um die interessanten Kübel mit Erde und Grünzeug kümmern wollte. Erst ging ja alles gut und ich konnte den Kübel ausräumen. Leider war er dann ins Rutschen gekommen und das Gepolter rief mein Frauchen auf den Plan, oje, das gab Mecker.
Naja, dachte ich mir, kümmere ich mich eben um die Schuhe... Erst hab ich ja gedacht, Frauchen will mit mir Fangen spielen und ich bin losgesaust, aber leider war sie schneller und nahm sie mir den Schuh ab - wieder kam dieses grässliche „Nein“.
Auch mit dem Futter sind sie eigen, ich darf mir nicht mal selber was nehmen. Dabei bin ich schon so groß, dass ich ohne weiteres an die auf dem Schrank stehenden Leckereien rankomme. Das trockene Stück Brot war ja nun wirklich nicht der Rede wert, aber Frauchen hat ein Gezerre gemacht und hielt mich plötzlich im Genick fest. Das durfte bisher nur meine Mutti und die ist ja nicht mit hier! Also habe ich meinen Unwillen kundgetan. Wenn ich andere anknurre, dann haben die wenigstens Respekt, aber ich glaube Frauchen fand das nicht lustig – sie kann zwar nicht mal richtig knurren, aber meine innere Stimme sagte mir dann doch, gib ihr das Brot ... ich finde es zwar komisch, wenn sie mir stets beim Fressen in der Schüssel rumwuseln, aber wenn es ihnen Spaß macht. Dabei habe ich festgestellt, dass sie mich streicheln und loben, wenn ich nicht knurre und ihnen meinen Lieblingsknochen gebe – na ja, wenn sie so leicht glücklich zu machen sind, bitte schön.
Ich habe sowieso festgestellt, dass ich mit knurren und bellen nicht weit komme. Wenn meine Menschen es so wollen, begrüße ich die Leute eben freundlich und kriege dafür Leckerchen. Von mir aus können ständig Leute kommen – Liebe geht eben durch den Magen.
Wir waren auch schon einige Male bei einem Mann, wo es ganz interessant riecht und auch andere Hunde waren. Komischer Weise waren die alle kleiner als ich und konnten unter mir durch rennen. Der Mann hat mich dann zwar überall angefasst, was mir nicht ganz geheuer war, aber das Leckerchen das er mir dann gab, machte ihn mir doch sympathisch. Da habe ich ihm auch die Spritze verziehen.
Eben hat uns Herrchen die Halsbänder umgemacht – das bedeutet es geht spazieren. Leider muß ich die erste Zeit immer direkt neben Frauchen laufen und Nancy neben Herrchen, aber irgendwann sind wir bestimmt wieder im Wald, da wird die Leine locker und man kann so richtig schnüffeln.
Nun bin ich schon 4 Monate hier und jeden Tag ist was neues los.
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Momentan haben wir Besuch von einem Kollegen, der nicht mal halb so groß ist wie ich. Der Arme hat sich die Pfote gebrochen und konnte deshalb nicht mit seinen Menschen verreisen. Naja, nach 4 Tagen hat er festgestellt, dass es bei uns auch ganz lustig zu geht. Komisch ist es für mich schon, wenn ich ihn nicht vorbei lassen will und er einfach unter mir durch läuft, aber ich stehe da eben über den Dingen. Neuerdings kommt auch noch der Rüde vom Nachbarn zu Besuch – der ist noch kleiner, aber mit dem kann man wenigstens spielen – der hebt nicht gleich vorwurfsvoll eine kranke Pfote hoch. Allerdings müssen Nancy und ich aufpassen, dass wir auf die Zwerge nicht drauftreten.Ich bin zwar in dem Quartett der Jüngste, aber mit meinen 72 cm SH habe ich den besten Überblick. Leider darf ich nicht mehr so oft ins Obergeschoß – wenn ja, dann muß ich neuerdings die Treppen alleine runter!Hoch kann ich es ja, aber wenn ich bisher so getan habe, als versuche ich es alleine nach unten, hat mich Herrchen immer gleich hochgenommen. Ich glaube aber, er hat ein Problem mit meinen 43 kg, warum sonst lockt er mich mit Leckerchen von Stufe zu Stufe? Naja, ich will mich ja auch vor Nancy nicht blamieren – die saust an mir vorbei, als ob sie auf diesem Ungeheuer von Treppe geboren wäre.
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Vor einigen Wochen war bei uns „Big Party“. Nancy feierte ihren 7. Geburtstag. Man gab es da viele Leckerchen! Lustig fand ich, daß die vielen Leute ihre Beine nicht ausstrecken konnten – na ja, eigentlich hätte ich mir auch einen anderen Platz suchen können, aber ich liege nun mal sehr gern unter dem Tisch und einen gewissen Heimvorteil muß man ja haben. Und seit einiger Zeit habe ich einen neuen Lieblingsplatz – das Sofa. Das ist so schön weich und bequem, aber meine Menschen haben dafür überhaupt kein Verständnis. Wenn ich mich dabei erwischen lasse, hagelt es Kritik und ich werde vertrieben.
Dass ich mir als Ausgleich die bunten Stoffe die Frauchen zum Trocknen in luftige Höhe gehangen hat, zum Spielen genommen habe, fanden sie auch nicht so lustig wie ich. Richtige Spaßbremsen sind das! Dabei konnte ich den Bettbezug so schön hinter mir herziehen – allerdings bin ich auf der Flucht vor Frauchen dann darüber gestolpert und sie hatte mich mal wieder im Genick!
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Vor dem Hoftor wächst eine Pflanze, die meinen Menschen ziemlich wertvoll zu sein scheint. Die haben sie mit Netzen abgehangen. Bloß gut, dass ich mit meinem Kopf noch durch den Zaun passe, da konnte ich auch das gleich überprüfen. Erst hatte ich ja nur das Netzt erwischt, aber nachdem ich richtig gezogen habe kamen auch einige Zweige mit Beeren dran zum Vorschein. Leider hat Herrchen mir diesen Spaß auch verdorben, er hat das Netz so zurückgenommen, das ich beim besten willen nicht mehr ran komme – na ja richtig geschmeckt hat das Zeug sowieso nicht.
Übrigens hatte ich auch schon Kontakt mit riesigen Tieren auf denen Menschen saßen. Erst waren sie mir ja nicht geheuer und ich habe gebellt, aber die ließen sich nicht vertreiben ! Sowas eingebildetes ist mir noch nicht begegnet – bisher konnte ich jedem Respekt beibringen. Ich würde sie ja mit Verachtung strafen, aber dann bleiben sie nicht mehr stehen und ich krieg keine Leckerchen. Man hat es eben nicht leicht, wenn die Liebe durch den Magen geht!
Apropos Magen – Ich höre die Kühlschranktür knarren , da ist bestimmt noch ein leckerer Knochen drin ... "
Ich bin schon wieder gewachsen! Meine Schulterhöhe von 80 cm erleichtert natürlich die Kontrolle von Tischen und Schränken ungemein. Allerdings muß ich aufpassen, dass ich den Tisch nicht wieder aushebe um darunter zu kommen, denn sonst gibt es einen Rüffel.
Seit einiger Zeit muß ich mein Feindbild ändern, denn in dem gelben Auto das täglich am Tor hält, ist eine dabei die wirft mit Leckerchen. Beim ersten Mal war Nancy zwar schneller als ich und fing sie schon im Flug weg, aber das passiert mir nicht noch mal.
Tja ja Leckerchen – von mir aus könnten wir jeden Tag zum Tierarzt zum wiegen fahren. Die Reaktion der Zweibeiner, wenn gesagt wird, daß ich wieder zugenommen habe, ist zwar auch nicht schlecht, aber mich interessiert nur die gelbe Dose ...
Am 3. Oktober haben wir eine Wanderung mit einigen fremden Kaukasen gemacht. 3 Stunden durch den Wald und die einzige Hündin lief neben mir. Nancy fand das weniger lustig, die Standpauke werde ich nicht so bald vergessen, aber man wird doch noch träumen dürfen. Komischerweise machten Leute, die uns entgegenkamen einen großen Bogen um uns, allerdings waren sie glücklich wenigstens die einzige Schäferhündin in der Truppe als solche zu erkennen – wenn die wüssten, dass an ihr ein Herdenschutzhund verloren gegangen ist. Ein Blick von ihr genügt und alle anderen Hunde geben auf. Selbst wenn ich nicht alle anderen überragen würde, bräuchte ich also keine Angst haben, dass mir einer chefmäßig kommt.
Leider ist Weihnachten nur einmal im Jahr, dabei sind da die Menschen besonders großzügig. Lustigerweise war der Papagei in der fremden Wohnung komplett abgemeldet – tja Pech für ihn, er kann eben nicht so schön um Leckerchen und Streicheleinheiten betteln wie ich.
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Als Baby lernte ich eine Familie mit 4 Kindern kennen, die mich Wuschelbär nannten. Neuerdings bin ich das Pony. Ihrem Husky-Rüden habe ich kurz mitgeteilt wer der Chef ist. Ich war an diesem Tag sowieso bissel neben der Spur, die ganze Nacht knallte es draußen, ich konnte nicht richtig schlafen und dann kommt so eine halbe Portion und will was von mir, na ja er hat sich dann ganz nett hinten angestellt.
Wanderungen und Besuche an sich sind ja toll, aber daheim in dem weißen kalten Pulver zu tollen macht auch riesigen Spaß, schade, dass Herrchen das Zeug immer gleich wegräumt. Ich muß also die kurze Zeit ausnutzen...
und tschüß... 