Anubis lebt seit Ende Januar 2008 in einer neuen Pflegestelle. Für uns alle überraschend hat er sich sehr schnell dort eingelassen und Vertrauen zu seiner Bezugsperson aufgebaut. Er zeigt sich seinem neuen Pflegefrauchen gegenüber rührend anhänglich, orientiert sich stark an Sichtzeichen, Mimik und Gestik, und sucht Blickkontakt, auch wenn er natürlich den rassetypischen Dickkopf hat. Ein Resthörvermögen sowie eine geschärfte Wahrnehmung unabhängig von auditiven Reizen ist deutlich zu erkennen. Je nach Laune oder Beschäftigung reagiert er auf hohe, schrille Lautäußerungen oder auch Hochfrequenztöne.
Zutage treten Fähigkeiten und Kunststückchen, die er einmal gelernt haben muß, er beherrscht die Grundkommandos wie Komm, Sitz, Platz, gibt auf Aufforderung wechselseitig „Pfötchen“, Küsschen, kurz, ein echter Clown.
Anubis ist absolut stubenrein, geht gut an der Leine und sehr gerne spazieren. Da er herannahende Autos, Fahrräder etc, insbesondere, wenn sie von hinten kommen, aufgrund seiner Schwerhörigkeit nicht im Vorfeld als herannahend wahrnehmen kann, erschrickt er dann oft und geht auf diese „bewegten Dinge“ los, oder probiert es zumindest. In dieser Situation kann es dann auch zu Umschnappen kommen. Macht man ihn darauf aufmerksam, so dass er sieht, was sich nähert, mildert sich dieses Verhalten.
Anubis ist sehr lernbegierig, und tut für Leckerchen fast alles. Deutlich ist für uns, dass neben dem unverkennbaren Kaukasen auch eine große Portion Hütehund in ihm stecken könnte, vielleicht Collie oder Australian Shepherd. Ganz deutlich wird dies an seinen Bewegungsabläufen und einem manchmal gezeigten Hütetrieb anderen Hunden gegenüber, auch verbunden mit Haxenkneifen …
Anubis liebt das Wasser und Schlammbäder, was die Fellpflege nicht vereinfacht ;-)). Hat er einmal Vertrauen gefasst, lässt er sich jedoch gerne bürsten und pflegen. Immer mal wieder hat er entzündete Augen oder Probleme mit den Ohren. Seine Vergangenheit ist nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. In freiem, unübersichtlichem Gelände (eingezäunt!!) reagiert er schnell gestresst, er jagt vorüberkommende Autos, Traktoren, Passanten etc, und wenn der Streß zu groß wird, kreiselt er und beißt sich in die eigene Rute. Diesen „Zwingerkoller“ hat er bereits mitgebracht. Er tritt nurmehr in besonderen Stresssituationen auf, die vorher blutige Rute ist mittlerweile wieder abgeheilt, ab und an reißt er jedoch noch an den Haaren.
Auf Veränderungen in seinem Umfeld reagiert er schnell gestresst und überfordert. Dann kommt es zu dem beschriebenen Kreiseln, oder er tut seinen Unmut mit lautem, anhaltendem Gebell oder Luft- Schnappen mit klapperndem Gebiss kund. Sein Gelände verteidigt er vehement gegen Fremde, ohne seine Bezugspersonen sollte sich niemand nähern, und selbst dann ist Vorsicht geboten. Er braucht eine Weile, bis er Fremde in seinem Territorium toleriert, bei Spaziergängen sind ihm Passanten egal.
Vorsicht ist auch angesagt, wenn er schläft. Durch sein mangelhaftes Hörvermögen bekommt er oft nicht mit, wenn sich jemand nähert. Wacht er dann auf und erschreckt sich, kann es auch passieren, dass er nach vorne geht, wenn er die Situation oder Menschen nicht so schnell einordnen kann.
Anubis kommt mit allen Hündinnen, egal welcher Rasse, klar, er zeigt kein ausgeprägtes „Machoverhalten“. Rüden ignoriert er total, solange er nicht angepöbelt wird. Von ihm aus gab es noch keine Aggression einem anderen Hund gegenüber. Auffallend ist jedoch, dass er Kaukasen, Rottweiler und Kangals nicht zu seinen Lieblingsrassen zählt, und kleine Hunde eher als Jagdbeute anzusehen scheint. Keine Freunde hat er, wenn es um Fressen geht, egal, ob Futter oder größere Leckerchen, beim Fressen sollte ihm niemand zu nahe kommen… Sein Verhalten gegenüber Katzen, Klein- oder „Nutz“- tieren können wir nicht testen.
Anubis braucht einen verlässlichen, liebevollen, geduldigen, einfühlsamen Menschen an seiner Seite, der ihm die nötige Sicherheit vermittelt, gerne auch eine souveräne Hündin. Offensichtlich mag er Frauen lieber und baut schneller Beziehung zu ihnen auf. Idealerweise suchen wir ein sehr ruhiges, ländliches Umfeld für ihn, keine Kinder, Katzen oder Kleintiere, sowie einen möglichst blickdichten Garten. Ein ritualisierter Tagesablauf und wenig Trubel und Hektik sind für sein Wohlbefinden unerlässlich, darum möchten wir ihn keinesfalls in einen Haushalt mit viel Besucherverkehr, Kindern oder „Action“ vermitteln.