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Von der Pummelfee ...


Von der Pummelfee Joy ...

 

 


Von der Pummelfee Joy (unsere Schneewehe)
zur hübschen schlanken Amy (unsere Schneeflocke)

Da wir unserem Vito seit April 2009 ein schönes Zuhause geben konnten, haben wir auch regen Kontakt zum Tierheim. Bei einem „Spontan“Besuch im April diesen Jahres sprachen wir bei der Ankunft mit Frau Haase, die uns mitteilte, dass eine Owtscharka Hündin (Vito’s Rasse) im Tierheim vor 2 Tagen abgegeben wurde. Da ich mich über diese Rasse seit 20 Jahren informiere, war ich natürlich brennend interessiert, sie zu sehen.

 

Wir waren uns schnell einig, dass sie alles andere als ein Owtscharka ist, aber dennoch waren wir sehr an ihrer Geschichte interessiert. Und vor allem wollten wir sie erst einmal aus ihrer Box holen und etwas Gassi gehen. Wie ein späterer Gang auf die Waage bestätigte, hatten wir 64 Kilo (!!!) Hund an der Leine, die damit ein Übergewicht von fast 100% hatte …

Weitere Recherchen ergaben, dass sie kaum ausgeführt wurde, überwiegend an einer 3 Meter Kette gehalten wurde, sehr viel Schläge bekam, rassebedingtes Verhalten von ihr als „gefährlich“ und „bissig“ fehlinterpretiert wurde, weil man seinen eigenen Hund nicht einmal richtig „lesen“ konnte und das alles bei „Fachpersonal“!! Herrchen Diensthundeausbilder beim Zoll, die Tochter Tierpflegerin in einem Tierheim

 

Da dies alles für eine Verwirrung sorgte, mit Sicherheit der Vermittlung nicht dienlich ist und wir Vito so toll hinbekommen haben, baten wir an, uns etwas mit ihr näher zu beschäftigen, um sie besser einschätzen zu können. Nach 2 Tagen stellten wir fest das die Tierheimumgebung diese Einschätzung wiederum nicht sehr förderlich ist, wir auch sehen wollten, ob sie sich wirklich nicht mit anderen Hunden verträgt, entschieden wir, sie Vito vorzustellen und wenn es klappt, sie mit nach Hause zu nehmen. Meine Frau Anke holte sie aus ihrer Box und ich wartete mit Vito auf dem Gelände. Amy kam um die Ecke, sah Vito und die beiden waren von der ersten Sekunde ein Herz und eine Seele! Sie knuddelten wie nichts Gutes … Also beschlossene Sache, eine gemeinsame Gassirunde und dann ab nach Hause.

 

Zu Hause angekommen haben die beide ohne Halsband und Leine so sehr gekuschelt, aneinander geknibbelt und geknabbert und ausgiebig getobt, das beide hinterher nur noch kaputt waren und erschöpft auf dem Rasen lagen.

So hatten wir Gelegenheit, sie erst einmal zu kämmen und näher zu untersuchen. Es war April und wir holten aus dem Rutenansatz die Getreidegrannen vom letzten Sommer heraus, die in entzündeten Pusteln (so groß wie die Kuppe eines Daumens) in ihrer Haut steckten. Das ganze Fell war ein einziger Filzklumpen und wenn man sie gestreichelt oder gekämmt hat, dann waren die Hände dermaßen schwarz, als wenn man einen Ölwechsel beim Auto macht. Ihre Ohren „fanden“ wir unter jede Menge Knoten wieder …

 

Spätere ärztliche Untersuchungen, auch Röntgenologische, ergaben sogar, dass man ihr 2 Bandscheiben „herausgeprügelt“ hat und diese unbehandelt blieben, so dass sie nun an beiden Wirbelkörpern Spondylose, also vom Körper selber gebildete, knöcherne irreparable Versteifungen hat.

 

Die „Bissigkeit“ ist nie bestätigt worden, nur ein gelegentliches schnappen aus reiner Unsicherheit und die „Gefährlichkeit“ ist alles reine Neugier, da man mit ihr nie herausgegangen ist und sie somit nur extremen „nachhohl Bedarf“ hat.

Wir haben ihr mehr und mehr die Möglichkeit gegeben, andere Hunde kennen zu lernen. Ihre Unsicherheit verlor sie mehr und mehr, u.a. durch Amichien Bonding, womit wir ihr einen „roten Faden“ geben, den ein Herdenschutzhund UNBEDINGT benötigt!!! Mit dieser Orientierung, ist sie ein sehr lieber, aufmerksamer und schmuse bedürftiger Hund. Ebenso mussten wir ihren Namen ändern, da sie mit ihrem bisherigen Namen nur negatives assoziierte, was dazu führte, wenn man sie rief, kroch sie förmlich auf dem Boden zu einem. Dies ist auch noch oft ihre Haltung, bei den unterschiedlichsten Dingen. Sie muss viel durch gemacht und gelitten haben. Was waren das nur für Menschen…?

 

Sie liegt auch oft noch still in einer Ecke des Hauses und hat Angst, ihre Freude zu zeigen. Wenn wir ihr dann signalisieren, das sie all das bei uns darf, dann wedelt sie so sehr mit ihrer Rute vor Freude und hat sichtbar ein Lächeln im Gesicht. Es ist so schön mit anzusehen, das sie nun alles nachholt und genießt weil sie endlich Hund sein darf.

 

Sie fährt so gerne Auto, das sie es sofort ausnutzt, wenn der Kofferraum auf ist…

 

Sie blüht so auf, auch weil sie bei uns auch immer die eigene Wahl zwischen engen, häuslichen menschlichen Kontakt hat, den sie sehr genießt oder den Freigang nach draußen auf unseren Hof. Man sieht ihr regelrecht an, dass sie ihr Glück noch gar nicht fassen kann…

Alle 4 beinigen Familienmitglieder werden von ihr immer mit Freude begrüßt.

Mit unseren Katzen z.B. macht sie sehr gerne „Nasi Nasi.“, was für sie, dem Kater und der Katze immer ein genüssliches Ritual ist!

Mit ihren neuen Namen AMY und dem zuvor geschilderten „roten Faden“ wurde sie langsam eine lebhafte, fröhliche, aufmerksame und damit gelehrige Hündin!!!

Sehr großen Halt und Orientierungshilfe bekam sie vor allem von Vito.

Sie orientiert sich so sehr an ihn, dass sie als Hündin sehr oft das Bein hebt…

Nun, nach 5 Monaten hat sie mittlerweile fast 19 Kilo abgenommen.

Ihre Stelle am Bein, die sie sich selber bis aufs rohe Fleisch durchgebissen hatte um Stress abzubauen, ist fast vergessen und nur und ein kleiner Krustenrest erinnert noch ihren bösen Lebensabschnitt.

Sie wird immer ruhiger und kann endlich entspannen und damit selber zur Ruhe kommen.

Zum Ausgleich tobt sie dann viel mit Vito auf unserem Hof oder auf dem Feld, beim Gassi gehen ohne störende Leine und dies macht ihr sichtlich so viel Freude, da sie nun endlich auch Muskeln hat, die zum einen ihren Körper stützen und zum anderen die nötige Kraft und Ausdauer zum spielen gibt.

Übrigens, ein weglaufen ist bei den beiden NIE das Bestreben!!!

 

Des Weiteren ergab eine Rasse Bestimmung, das aus dem angeblichen „Owtscharka“ ein „Cane da Pastore Maremmano Abruzzese“ (kurz Maremma) ist. Also ein italienischer Herdenschutzhund!

 

Wenn man nun noch den Charakter beachtet, ist die dargestellte „Gefährlichkeit“ vom vorherigen Besitzer eine aus Unwissenheit fehl interpretierte Charaktereigenschaft.

 

Zitat der Charakterbeschreibung:

"Der Maremmano Abruzzese ist ein selbständiger, intelligenter Hund, der seine ursprüngliche Aufgabe immer sehr ernst nehmen wird. Er bewacht mit Hingabe alles, was zu seiner Familie gehört: Haus, Grundstück, Auto oder auch Kind und Katze.

Auch bei Spaziergängen kann man typisches Verhalten beobachten- ein Maremmano geht gerne voran, um seine Wach- und Schutzfunktion erfüllen zu können, behält die Umgebung immer im Auge und reagiert sofort auf sich nähernde Spaziergänger, Hunde oder andere Tiere.
Als Herdenschutzhund ist er Fremdem gegenüber misstrauisch und wachsam und kann in einer Situation, die er als bedrohlich einstuft, im Bruchteil einer Sekunde vom scheinbar unbeteiligt dösenden Hund zu seiner ursprünglichen Wächterfunktion wechseln."

Schade!!!

Einfach nur die falsche Rasse in falschen Händen und ein weiterer Herdenschutzhund (wie eben auch Vito) muss erst ein Martyrium an Qualen erleiden, weil man versucht angeborene Charaktereigenschaften herauszuprügeln (!!!), nur weil sich viele vorher nicht die Mühe machen, die Rasse- und Charaktereigenschaften über den Hund, den man sich holen möchte zu erlesen und verinnerlichen BEVOR man sich „seinen“ Hund holt!!!!

UND DIESES GILT FÜR ALLE RASSEN UND AUCH DEREN MISCHLINGEN!!!

 

Nach dem sehen und fühlen denken, dann informieren, dann handeln!

 

Nichts ist wichtiger, als einen Hund nicht ausschließlich nach seinem Aussehen zu wählen, sondern die Rasse und deren Charaktereigenschaften zu beachten und genauestens darüber nachzudenken, ob man diesen Eigenschaften IMMER im Alltag gerecht werden kann.

Erst dann hat man einen glücklichen, ausgeglichenen und zufriedenen Hund, der KEIN Stressverhalten zeigt und somit zu untypischem Verhalten neigt!

 

Jeder Tierfreund sollte sich sehr genau überlegen, ob er die jahrelange Verantwortung/Fürsorge, den enormen Arbeits-, Zeit- und Pflegeaufwand für ein Haustier auf sich nehmen kann/will oder es lieber lassen, wenn es nach ehrlicher, selbstkritischer Abwägung aller Umstände gar nicht in die individuelle Lebensweise/-planung passen sollte.

Jedes Tier hat es verdient, dass wir sein Leben schützen, seinen Lebensraum erhalten, seine Würde und Rechte achten und in seiner Einzigartigkeit respektieren!

 

All dies schafft: Harmonie, Freude und Vertrauen in der Mensch-Tier-Beziehung.

Bei Amy (Joy) wurde dieses beim vorherigen Besitzer NICHT beachtet und deshalb wurde ein weiterer Hund leider so gequält…


Behandelt die Tiere doch einfach so, dass Ihr im nächsten Leben ohne Probleme mit vertauschten Rollen klar kommt. Denn die Tiere teilen mit uns das Privileg, eine Seele zu haben!!!

Danke.

© Dieter Plaumann / Oktober 2010

 
 



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Letzte Änderung: 14. Feb 2012