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Rassismus in der ...

Rassismus in der Hundeerziehung?

 

 


Liebe Trainerkolleginnen und Trainerkollegen,

über die Adresse des Rasseklub (Anm.: KCS, Schweiz) rief mich heute eine Frau an, die bald stolze Besitzerin eines Welpen einer HSH-Rasse sein wird. Sie fragte mich nach einer guten Welpenspielgruppe, in der auch Herdenschutzhunde willkommen wären.

Folgendes ist ihr passiert:

Sie hat ihren Welpen rechtzeitig in der Welpenspielgruppe in einer SKG Sektion ihrer Region (Zentralschweiz) anmelden wollen. Die Gruppenleiterin orientierte korrekt über den Ablauf und Übungsbetrieb und als es schlussendlich um die Aufnahme der Daten ging und die Frau die Rasse ihres Hundes nannte, entgegnete ihr die Welpenspielgruppenleiterin in überraschend abfällig-ablehnendem Ton: "Oh, dann kriegen wir einen Raufer in die Gruppe. Da muss ich zuerst schauen, ob das mit den anderen überhaupt zusammen geht".
Als die künftige Besitzerin sich für ihren Hund wehrte und versicherte, dass der Hund bestens sozialisiert, geprägt und ruhig wäre, wurde sie von der Gruppenleiterin belehrt, dass sie nichts schönreden bräuchte, sondern einsehen müsste, dass sie einen scharfen Herdenschutzhund mit enormem Aggressionspotenzial und niedriger Reizschwelle hätte, der in eine ganz feste Hand gehöre und mit aller Strenge erzogen werden müsste und dessen müsste sie sich nun mal bewusst sein. Seltsam war auch, dass für die Lektion das Doppelte von dem verlangt wurde, was sonst an Preisen für die Welpenspielstunde in dieser Region üblich war..... Weiter möchte ich nicht auf das Gespräch eingehen, denn diese Bemerkungen und Vorurteile reichten mir.

Ich finde das Verhalten dieser SKG lizenzierten Welpenspielgruppenleiterin äusserst rassistisch, aber auch höchst unprofessionell! Es ist nicht das erste Mal, dass ich von solchen Vorfällen zu hören bekomme. Es häuft sich leider immer mehr. Und ja, es ist schon so weit, dass Welpen von HSH-Rassen gerade wegen dieser unhaltbaren Vorurteile sogar abgewiesen werden.

Ich bin entäuscht, entsetzt und gleichzeitig sehr traurig darüber, dass Hundehalter von HSH-Rassen, die ihre Pflicht und Verantwortung wahrnehmen wollen und ihre Welpen zu anständigen und gesellschaftsfähigen, unauffälligen Familienhunde erziehen möchten, von SKG lizenzierten Leitern derart abgespiessen werden. Nur weil die Trainer sich ganz offensichtlich nicht mit den Rassen dieses Typs Hund auskennen, oder wegen ihren Vorurteilen gegenüber diesen Rassen, Halbweisheiten und Ammenmärchen verbreiten. Das kann es doch nicht sein?!

Es ist doch keine Schande, wenn ein Hundetrainer sich nicht mit jeder Hunderasse auskennt! Meines Erachtens ist es hingegen eine grosse Schande, wenn solche Leute dann ihre Unwissenheit auch noch kaschieren und nicht bereit sind, sich zu informieren.

Es kann doch nicht sein, dass verantwortungsbewusste Hundehalter durch solche Trainer von den Hundeplätzen verscheucht, ja fern gehalten werden.

Ich möchte einen Aufruf an alle Trainer machen und sie bitten, sollten sie es jemals mit einer Herdenschutzhunderasse zutun bekommen, sie mögen sich doch bitte bei Unsicherheiten VORHER mit den betreffenden Rasseklubs in Verbindung setzen, sich eingehend über die Rasse informieren und sich von Fachleuten aus den Rasseklubs über den Umgang und das Training dieser speziellen Hunde instruieren oder zumindest anleiten lassen.

www.hirtenhunde.ch - www.montagne-des-pyrenees.ch - www.kuvasz.ch

Bisher haben das nur ganz wenige Trainer gewagt und nachgefragt. Und denen gebührt mein Respekt.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Liebe Grüsse
Susanne Müller

Schweiz / im Oktober 2009
 
 



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Letzte Änderung: 17. Okt 2009