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HSH in Bulgarien

Herdenschutzhunde in Bulgarien

 

 

 
(Pro-HsH) In Bulgarien kümmert sich die "Bulgarian Biodiversity Preservation Society Semperviva" (BBPS Semperviva) seit 1992 erfolgreich um die Zucht der gefährdeten Karakachan-Herdenschutzhunde, die im Rahmen eines landesweiten Wolfschutzprogrammes eingesetzt werden. Das BBPS Semperviva-Projekt wird in Zusammenhang mit Naturschutz und Herdenschutzhunden u.a. durch die Vereinigung "Euronatur" und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt finanziert. Mittlerweile blickt das "Projekt Karakachan-Herdenschutzhunde" auf eine mehr als 10-jährige erfolgreiche Arbeit zurück. 1992 begannen Wissenschaftler und Projektmitarbeiter typische und ursprüngliche Karakachan-Herdenschutzhunde zu suchen und in einem Zuchtprogramm zusammen zufassen. Mit den registrierten Hunden wurde die Karakachan-Herdenschutzhundezucht neu aufgebaut.

 

In Bulgarien sind Bären und Wölfe regional noch zahlreich vorhanden, dies gilt vor allem für das Rila und das Pirin Gebirge. Im Rahmen des von der Bernd-Thies-Stiftung finanzierten und der "Balkani Wildlife Society" durchgeführten landesweiten Wolfsschutzprogrammes werden gezielt Karakachan-Herdenschutzhunde eingesetzt. Diese grossen, unerschrockenen Hunde stellen einen sehr wirksamen Wolfsschutz dar. In der Semperviva Zuchtstation "KaraKitan" (nahe Pernik) wird mit 20 Karakachan-Zuchthunden gezüchtet. Die Jungtiere werden in Zusammenarbeit mit der "Balkani Wildlife Society" kostenlos an die Schäfer abgegeben.

Durch die Arbeit mit den Herdenschutzhunden kam "BBPS Semperviva" in Kontakt mit zahlreichen Schäfern, die sich über Interesse und Engagement der Wissenschaftler und Projekmitarbeiter freuten und ihr Wissen um die alte Rasse gerne weiter gaben. Dies erleichterte die Arbeit wesentlich, konnte doch den hilfreichen und vielversprechenden Hinweisen der Schäfer direkt nachgegangen werden.

Der Karakachan-Herdenschutzhund ist eine der ältesten Herdenschutzhunderassen. Sein genetischer Ursprung geht vermutlich auf alte, auf dem Balkan verbreitete Schafshundrassen und zentralasiatische Vorfahren zurück. Wie aus alter bulgarischer Literatur hervorgeht waren die Hunde oft der wertvollste Besitz der Hirten. So soll eine Schafsherde von ungefähr 12000 Tieren von ca. 100 Karakachan-Herdenschutzhunden bewacht worden sein. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges waren die Karakachan-Herdenschutzhunde in der bulgarischen Armee als Wach- und Schutzhund eingesetzt. Die Herdenschutzhunde sind von großer, kräftiger Statur. Sie gelten als äußerst leistungsfähig, sehr beweglich und arbeiten unter den unterschiedlichsten Bedingungen. Wegen dieser Qualitäten sind sie in Bulgarien legendär.

Nach der Verstaatlichung des privaten Viehs in Bulgarien im Jahre 1957, wurde die Haltung von Herdenschutzhunden als "nicht erforderlich" eingestuft und eine grosse Anzahl der Hunde wurde getötet. Zu dieser Zeit wurde auch die Jagd auf den Wolf in vernichtender Weise betrieben, er wurde dadurch in Bulgarien fast ausgerottet. Angang der sechziger Jahre ordnete die sozialistische Regierung sogar den Handel mit Fellen von Wölfen und den Karakachan-Herdenschutzhunde an.

Der größte Teil der Hunde wurde schon immer in den Gebiergsregionen Bulgariens gezüchtet und gehalten. Nach 1991, als die sozialistischen Strukturen zerbrachen und die staatlichen Bauernhöfe aufgegeben wurden, wurden viele der Karakachan-Herdenschutzhunde "heimatlos", streiften umher und wurden von Jägern getötet. Wegen der geringen Gesamtpopulation und einem extremen Mangel an reinen Karakachan-Hündinnen, begannen die Schäfer mit der Einkreuzung von Hunden ähnlicher Eigenschaften. Seit Beginn des Zuchtprogramms der BBPS Semperviva hat sich die Zahler der reinrassigen Karakachan-Herdenschutzhunde auf 600-700 erhöht. In das Zuchtbuch sind derzeit rund 200 Hunde eingetragen.
 
 



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Letzte Änderung: 7. Sep 2010