Herdenschutzhunde und ihre Aufgabe.
In Europa und Asien waren und sind Herdenschutzhunde das am weitesten verbreitete Mittel zum Schutz der Herden gegen Bär, Luchs, Wolf, Fuchs und streunende Hunde. Die Ausbildung und Haltung von Herdenschutzhunden erfordert Interesse, Experimentierfreude, Einfühlungsvermögen, Offenheit für Neues und Zeit zum Beobachten. Der Herdenschutzhund kommt bereist im Alter von sechs bis zehn Wochen zur Herde, wächst inmitten der Schafe auf und sozialisiert sich so mit ihnen, ähnlich wie sich Hunde mit Menschen sozialisieren können.
Im "pubertären" Alter tauchen oft Probleme auf. Der Hund kann im Spieltrieb Schafe jagen und an den Ohren oder Schwänzen packen. Oftmals sind verletzte Schafe die Folge. Hier muss der Schaf- und Hundebesitzer korrigierend einwirken. Die Bereitschaft zur Verteidigung der Herde gegen Raubtiere ist dem Herdenschutzhund angeboren und muss nicht erlernt werden. Seine Aufgabe kann er erst im Alter von etwa zwei Jahren voll übernehmen.
Noël bewährt sich im Schweizer Luchsgebiet
Im letzten Frühling musste “Noël”, der erste Herdenschutzhund Graubündens, seine Herde in Bonaduz verlassen. Vorallem Bussandrohungen der Gemeinde wegen Hundelärms veranlassten den WWF dazu, einen neuen Platz für den Hund zu suchen. Noël verbrachte den Sommer in der Westschweiz, mitten im Luchsgebiet mit ca. 400 Schafen auf einer Alp. Die neue Herde hat sich nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem grossen Hund inzwischen gut an ihn gewöhnt und die neuen Besitzer sind sehr zufrieden. Immerhin blieben ihre Schafe von Luchsangriffen verschont, was mitten in einem Luchsgebiet nicht selbstverständlich ist.
WWF, Schweiz