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Akbash

Der Akbash
 

Die Herkunft des Akbash ist auch unter Kennern der Rasse nicht gänzlich geklärt. Er ist der einzige weiße Herdenschutzhund, dessen Abstammungsgebiet außerhalb Europas liegt, seine europäischen Vettern schließen den Pyrenäenberghund, den Kuvasz, den Slovensky Cuvac, den Maremmano etc. mit ein. Fakt ist, dass das Abstammungsgebiet der Rasse, die westlichen Regionen der Türkei, an den Hauptwanderungsrouten der nomadischen Turkstämme lag. So liegt auch die Vermutung nahe, dass der Akbash den Vorfahren der europäischen weißen Hirtenhundrassen sehr nahe steht, aber auch dies ist nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

Rasse: Akbash
Weitere Namen: -
Herkunftsland: Türkei
Verwendung: Herden- und Territoriumsschutz
Farbe: weiß
Größe: ca. 68 - 82 cm
Gewicht: ca. 36 - 60 kg

Der Akbash gehört zu den ältesten Vertretern der Herdenschutzhunde; bereits in Schriften aus dem 16. Jahrhundert findet der große weiße Herdenschützer der Türkei Erwähnung, Schätzungen gehen allerdings auf eine mehrhundert- bis tausendjährige Historie der Rasse bzw. des Rassetyps zurück. Erst im Jahre 1978 wurde der Akbash erstmalig von der Türkei in die USA gebracht, und ist in der westlichen Hemisphäre bis heute relativ unbekannt. Gleichwohl hat er sich auch im Land der Farmer bereits einen Namen als unbestechlicher und loyaler Wächter der Herden gemacht; ohne ihn wäre in vielen Regionen Nordamerikas und Kanadas Schafhaltung und Weidewirtschaft als Lebensunterhalt der Menschen schlicht unmöglich. Vielseitig einsetzbar schützt der Akbash jedoch nicht nur Schafe, sondern auch Ziegen, Lamas, Alpacas, Federvieh, Emus etc.

Wie die anderen Herdenschutzhundrassen wurde auch der Akbash selektiert, seine Herde selbständig und zuverlässig und weitgehend ohne menschliche Anleitung vor den Übergriffen von Beutegreifern zu schützen. Dies setzt einen starken, intelligenten und unabhängigen Hund voraus, der sich eng an die Herdentiere und weniger an Menschen bindet. Bereits im Welpenalter werden Akbash auf "ihre" Herdentiere geprägt und wachsen in enger Bindung zu ihnen auf. Effektiver Herdenschutz fordert ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen, um die Herdentiere nicht in Unruhe zu versetzen, dabei aber ein natürliches Misstrauen gegen alles Fremde, das zur Bedrohung werden könnte. Akbash schützen das ihnen Anvertraute defensiv und ohne offensive Aggressivität, sie haushalten mit ihren Energien und unterbrechen das übliche ruhige Dösen und Beobachten nur, wenn es etwas zu Wachen gibt.

"Akbash" bedeutet Weißkopf (ak= weiß, bash=Kopf) und weist auf die immer reinweiße Gesamterscheinung des Hundes hin. Flecken oder Abzeichen sind beim Akbash nicht erlaubt, ein Anflug von gelb auf Rückenlinie oder an den Ohren ist jedoch akzeptabel. Das Fell des Akbash besteht immer aus Deckhaar und reichlich Unterwolle, es gibt ihn in verschiedenen Haarlängen von kurz- bis langhaarig. Die Welpen eines Wurfes können alle Haarlängen aufweisen. Gewünscht wird ein volles dunkles, vorzugsweise schwarzes Pigment an Nasenspiegel, Lefzen und Augenrändern, die Augenfarbe variiert von bernsteinfarben bis dunkelbraun, wobei auch hier die dunkleren Farben Vorzug finden.

Der Akbash ist ein großer Hund, der Eleganz, Dynamik und Kraft gleichermaßen ausstrahlt. Sein Körperbau weist auf die vermutete, exklusiv bei dieser Rasse zu findende Verbindung von Molosser- und Windhundabstammung hin. Seine ausgeprägte und faszinierende Persönlichkeit benötigt auf Halterseite eine starke Führungspersönlichkeit und gute kynologische Kenntnisse und macht ihn wenig geeignet für eine "konventionelle" Familienhundhaltung. Ein harmonisches Miteinander ist jedoch bei Respektierung der rassetypischen Eigenschaften und Bedürfnisse des Hundes durchaus möglich. Erfreulicherweise ist der Akbash bis auf wenige Ausnahmen bis heute ein gesunder und unverbildeter Hund, es muss allerdings betont werden, dass dieser Zustand nur durch sorgfältigste Zucht und Platzierung der wenigen Exemplare erhalten und damit die Konservierung eines uralten und unwiederbringlichen Kulturgutes und wertvollen Genpools garantiert werden kann.

Weitere Informationen zum Akbash auf www.akbash.de


© Bild und Text: Ira Vaculik
 



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Letzte Änderung: 29. Sep 2010